Nachbericht – Jam on Poetry im Oktober 2018

Liebe Freunde der herbstlich-melancholischen Unterhaltung, der letzte Jam on Poetry für 2018 und ihr habt ihn zu einem krönenden Abschluss gemacht.

Die Kantine war zum Bersten gefüllt und auch unsere Poeten haben sich nicht lumpen lassen und mal wieder alles gegeben. Angefangen hat Joe – als Opferlamm. Ein Schnösel unter Punks bei dem es „bämmt“ wenn er verliebt ist und die Schwiegereltern besucht. Die Mama der Geliebten ist ein „Natural born Killer“ die im Haus gern mit „Knarre“ herum läuft und sie dem Lauch gern an den Kopf hält. Keine Frage nach: „Wie gohts, was tuascht, oder häscht Böda?“ Als die Oma dann noch kommt und ein riesiges Pentagramm im Haus sichtbar wird, will er gar nicht mehr die Tante kennenlernen.

Als erster Poet in die Vorrunde ist dann David gestartet, der uns von Montafonern im Theater erzählt hat. Lange Schlangen vor dem Theater, denn die Montafoner haben ihr Interesse an der Kunst entdeckt. Kunst mit Rässkäs. Seitdem gibt es das Anti-Montafoner-Abfangabkommen vor dem Theatergang. Denn Montafonerinnen sind noch immer willkommen, es sind die Männer mit dem Rässkäs die dem Theater fern bleiben sollen. Danach ging es weiter mit Alina die von Ried im Innkreis mal wieder ins Ländle zu Besuch gekommen ist. Sie wollte Zeit mit der Familie verbringen, konnte aber auch wieder nicht das Smartphone vom Ohr und das Tablet aus der Hand nehmen. Höher, schneller, weiter – so lange bis wir komplett ausgelaugt sind. Dann auf der Suche nach Ausgleich und der Erkenntnis, der meiste Stress kommt immer von uns selbst.

Weiter ging es mit Jay Man, der bei der Resterampen-Verkupplungsshow mit dem Herzblatthubschrauber am Anus von Deutschland als Weberknechtmännchen das Weibchen fürs Leben sucht. Ihm gegenüber standen ein Einhorn und eine Bananenschnecke. Nach der Frage wo denn nun die echten Männer sind, kam auch ihm die Einsicht das Frauen das Eine sagen, aber etwas vollkommen anderes denken. Andrijana hat einen Brief an alle geschrieben die sich schon einmal im Leben gefragt haben wie sich eine Depression oder Borderline anfühlt. Wenn du Angst vor dem Alleinsein, dem Tod, dem Leben und vor dir selbst hast. Da helfen auch keine Phrasen wie „sei hart“ oder „denk positiv“. Totaler Blödsinn, denn du sagst ja auch keinem Blinden das er positiv in die Zukunft schauen soll. Und sind wir doch mal ehrlich, mit verrückten Menschen wird einem auch nie langweilig.

Simon, der Mann der ruhigen Worte, wanderte einsam wie ein Clown am Narzissenfeld. Der Himmel war blau und wolkenlos, so dass der Poet seine Seele baumeln lassen kann. Hier spricht aber kein Poet, sondern ein Unternehmer! Narzissen sind sein Business. Alles wird ratzekahl Abgeerntet. Luxus ist ein Lebensstil, denn wer viel hat, der darf auch viel. Und wenn du als Unternehmer gut „schmierst“, dann fährst du ja auch gut. Wenn doch nur die Liebe nur so einfach wäre wie die Gunst der Aktionäre. Luna, die letzte Poetin der Vorrunde hat uns von Adam und seinen Geschichten erzählt. Hasen reisen nicht um die Welt und lesen auch keine Geschichten. Solange du die Klappe hältst ist auch alles gut, denn nirgends wartet eine Grinsekatze auf dich oder ein Frosch der schöner wird, nur weil du ihn küsst. Adam, wird endlich erwachsen! NEIN, will ich nicht! Nachrichten und vorgekaute „Medien-Häppchen“ wollen uns das selbstständige denken nehmen, aber solange du deine eigenen Geschichten nicht aufgibst, solange bleibst du dir auch weiterhin treu. Mit diesen Worten wollen wir uns noch einmal bei euch, unseren Poeten und dem Publikum, auf das herzlichste bedanken. Ohne euch wären wir nur zwei lustige Typen ohne Programm vor leeren Stühlen. So bleibt uns weiterhin treu, kommt auf unsere kleine Bühne und genießt auch weiterhin Jam on Poetry. Wir würden uns freuen!

Herzlichst, Joe & Steffen

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