Was ist ein Poetry Slam?

Bei einem Poetry Slam (zu gut Deutsch: Dichterwettstreit, obwohl weder gedichtet noch gestritten wird) geht es darum, in maximal sechs Minuten einen Text vorzutragen. Ob gereimt, gerapt, gesungen oder geflüstert wird, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist hingegen, dass der Text selbst verfasst ist, alleine vorgetragen wird und weder Requisiten noch Instrumente zur Anwendung kommen.

Die Texte werden vom Publikum mit Zahlen ins Finale gewertet, wo nochmals bis zu vier Poeten mit einem weiteren Text zusammen antreten und das Publikum erneut eine Wertung abgibt. Das Beste daran ist: Jede(r) kann mitmachen!

Verschiedene Events erfordern verschiedene Spielregeln.

Die klassische Regel

  • Zuerst tritt das sogenannte Opferlamm auf, also ein Poet, der (wie auch die eigentlichen Leser) sechs Minuten Zeit hat. Für gewöhnlich ist das Opferlamm bereits ein wenig erfahren mit dem öffentlichen Vorlesen, hebt sich jedoch nicht allzu sehr ab vom Vortragsniveau. Das Opferlamm soll das Publikum “eichen”, also auf die Art der Darbietung vorbereiten.
  • Anschließend tritt der erste Vorleser auf. Nach Ablauf der Zeit wird aus dem Publikum ein Schlagwort durch Zurufen entgegengenommen und gemeinsam mit dem Namen am Flipchart notiert. Es findet noch keine Wertung statt. Das Schlagwort hilft dem Publikum, sich später an den Inhalt zu erinnern.
  • Danach tritt der zweite Vorleser auf. Schlagwort und Notiz am Flipchart. Nun wird die Wertung für Vorleser 1 und 2 entgegengenommen und am Flipchart notiert. Die höchste und niedrigste Punktezahl wird gestrichen. Danach treten Vorleser 3 & 4 auf.
  • Dies wiederholt sich, bis alle Vorleser an der Reihe waren. Abschließend werden die Punkte summiert und es wird eine Reihenfolge erstellt. Die drei punktereichsten Vorleser stehen im Finale und es wird wie zuvor bereits vorgegangen in der Reihenfolge: 1. Vorleser (Punktestärkster), Schlagwort. 2. Vorleser, Schlagwort. 3. Vorleser (Punkteschwächster), Schlagwort. Punkteauswertung und Siegerehrung.

Slam XXL – Meeeeeeeehr Zeit

Im Prinzip wie die klassische Variante mit folgenden Unterschieden:

  • Es treten insgesamt maximal vier Poetinnen und Poeten auf.
  • Jeder und jedem Vortragenden stehen fünfzehn statt sechs Minuten Zeit zur Verfügung.
  • Die beiden Bestbewerteten treten im Finale erneut auf.

Tagebuch Slam

  • Auch Diary Slam genannt, um hier nichts durcheinander zu bringen.
  • Der Tagebuch Slam ist vom Ablauf her ident mit dem klassischen Poetry Slam. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass das vorgetragene in einem Tagebuch stehen muss und der Eintrag von der/dem Vorlesenden selbst verfasst wurde.

Weitere (un)denkbare Varianten (Auszüge aus Wikipedia):

  • Jazz Slam (Slampoeten lesen Texte, zu denen eine Band musikalisch improvisiert)
  • Anti Slam (der schlechteste Beitrag gewinnt)
  • Mundart, Erotik, Rap, Storyteller, Rookie, Haiku, Polit Slam.
  • Cover Slam (Texte von anderen Autoren durften gelesen werden)
  • Prop Slam (Requisiten durften benutzt werden)
  • Philosophy Slam (philosophischem Denken, wenn es authentisch und substantiell um Wahrheit ringt)
  • Science Slam, (wissenschaftliche Ergebnisse werden in prägnanter Form präsentiert)
  • Movie Slam (vgl. Festival des nacherzählten Films, Teilnehmer erzählen die Handlung eines Spielfilms nach)
  • Artverwandte Wettbewerbsformen vor Publikum sind Freestyle-Battles, Powerpoint Karaoke oder Theatersport

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