Nachbericht des 3. U20 Poetry Slam

Hoffentlich traut ihr euch den Mund aufzumachen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch beim 3. U20 Poetry Slam hatten wir wohl die imposanteste Slambühne des ganzen Ländles. Letztes Mal standen unsere Poeten und Poetinnen vor glamourösen, weißen Wänden, die an das Show-Business erinnerten, diesmal durften sie in einem weit geöffneten, riesigen Mund slammen. Das wollte sich natürlich keiner unserer Young-Stars entgehen lassen.

Die Poeten waren alle bereit. Die Technik war aufgebaut und alle auf ihren Positionen. Es konnte losgehen. Kurz nach Einlass hatten wir volles Haus. Nach dem „Klassiker des Poetry Slams“, die Erklärung der Regeln und Auswahl der Jury betrat unser Opferlamm die Bühne, Laura Werner, die sich mit dem Problem des Jungseins auseinandersetzte. Elias Taucher beschrieb aus der Sicht einer Freundin, was es bedeutet Trauer, Schmerz und Selbstzweifel zu erfahren, aber auch wie wichtig es ist gute Freunde zu haben. Nach diesem tiefgründigeren Text erheiterte D.A.R.I.O das Publikum mit seinem neuen Text über Schlafprobleme und was er sich dabei so ausdenkt. Antonia Fink teilte, als vierte Poetin des Abends, dem Publikum mit, was sie von Schönheitsidealen halte und dass man sich selbst treu sein sollte.  Jonas Wohlgenannt schlug eine ganz andere Richtung ein und betrat die Bühne mit einem politischen Text. Populismus, das Fehlen von Zwischenmenschlichkeit und die Doppelmoral von Politiker verarbeitete er in seinem Slam. Ines Strohmaier hatte ebenfalls Schlafprobleme und erzählte, was sie so um 3 Uhr nachts beschäftigt. Unser Newcommer im Lineup, Philipp Steininger debütierte mit einem Text über das Streben. Wonach streben wir? Geld? Hoffnung? Glück? Ganz anderen Charakter als das Streben haben Blackboxen. Man hat einen Input und weiß nicht, was dabei rauskommt. Das versuchte Debbie in ihrem Text verbal darzustellen. Last but not least Natalie Neumann, die ein wenig nervös die Bühne betrat, aber der wenigen Sekunden die Zeilen schon vom Blatt flogen.

Und somit ging die Vorrunde dem Ende zu. Im Finale standen sich nun 4 SprachkünstlerInnen gegenüber. Zwei Männer und zwei Frauen. Perfekte Balance. Den Start machte Ines. Sie fragte sich, ob die Guten auf dieser Welt wirklich die Guten sind. Gefolgt von Antonia, die von Leitungsdruck und der Schwierigkeit nicht mehr weiter zu wissen sprach. D.A.R.I.O unterhielt das Publikum ein weiteres Mal mit seinen traumatischen Erfahrungen beim Shoppen und Philipp sprach indirekt von seinem Zivildienst.

Das Publikum musste sich nun entscheiden, wer der Sieger oder die Siegerin des 3. U20 Poetry Slams Vorarlberg werden sollte. Mit einer Klatschwertung und einem akustischen Fotofinish konnte sich Antonia vor Philipp den Sieg holen. Das Publikum war zufrieden. Die Poeten auch und die Veranstalter sowieso. Wir bedanken uns nochmal bei allen Teilnehmern, dem Theater Kosmos und natürlich all unseren Gästen. Auf ein baldiges Wiedersehen.

 

 

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