Lehrer als Schüler – Slam Poetry im Unterricht

Im Rahmen des double check Projekts des Landes Vorarlberg waren Katy Bayer und Sara Bonetti am 17. Oktober für einen Tag an der PH in Feldkirch zu Gast. Als Teil des Projektes wurde der Tag als Auftakt zur Triologie genutzt.

„Wer war noch nie bei einem Poetry Slam?“ – so einfach wurde die Frage in den Raum gestellt von Katy und mir. Ich bin Sara Bonetti und Katy Bayer ist Katy Bayer und zusammen sind wir ein Team, das Workshops kurzweilig, nachhaltig, erfrischend und mit Mehrwert über den Lehrboden bringt*. Unser Gegenüber waren angehende Deutschlehrer. „Dass die den ganzen Tag Deutsch aus dem Lehrbuch machen, lehren, unterrichten, didaktisieren und realisieren, das macht die Nervosität nicht weniger“, hätte einer von uns sagen können. Doch die Zeit war nicht. Zu sehr waren wir damit beschäftigt das zu tun, wozu uns unser Gastgeber gebeten. Poetry Slam aufspalten, aufgliedern, verständlich machen und weitergeben. Vermitteln, dass Sprache im Poetry Slam eine ganz neue Spielwiese gefunden hat. Einen Ort, der es ermöglich jenseits von Notenschnitt Gedankengut wachsen zu lassen. Wir hatten uns nicht lange bitten lassen, als im Rahmen des double check Projektes eingeladen worden war. Frauke Kühn vom literatur vorarlberg netzwerk und damit Literaturvermittlungsbeauftragte soweie excellente Kulturnetzwerkerin stellte den Kontakt zwischen Dorit Häfele-Senoner (PH Feldkirch) und Tom Astleitner (LändleSlam) her. Das Ergebnis war ein tagesfüllender Workshop, bei welchem essentielle Basics zusammenfanden. Schreiben zum Beispiel, Fotokarten zeigten, dass Geschichten überall drinstecken. Dass jeder von uns Geschichten kann, erzählen kann, unabhängig von wahr, gelogen, Lyrik oder Prosa. Oder in der Arbeit an der Performance. Ein Satz kann 1000 Gesichter haben. Beginnend bei den vielen Möglichkeiten, die allein das Atmen, oder eben nicht atmen, gibt. Gemeinsam mit den 15 angehenden Lehrern haben wir gelacht, gestaunt und uns daran erfreut, dass Poetry Slam ein feines Format ist. Ein Glück für uns, denn Lehrer als Schüler, tragen Gelerntes an eigene Schüler weiter. Und weiter. Und weiter. Und weiter? Die Studenten haben großartige Texte zu Papier gebracht und wir freuen uns, sie wiederzusehen. Auf der Bühne. Ein tolles Projekt und ein wertvoller Baustein in der Nachwuchsarbeit, die aktuell Vorarlbergs Slamszene bewegt und Fundament schafft.

*Haben die PH-Studenten so gesagt

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